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Welche Zukunft hat die Metropole Ruhr?

Was Bürger möchten, was Planer erdenken – beides will der Regionalverband Ruhr ( RVR) zusammenführen. Zwischen Mai und Oktober 2013 läuft der „Ideenwettbewerb Zukunft Metropole Ruhr“.
Im Zuge der Ideenfindung können sich alle Ruhrbürger in Zukunftsforen einbringen. Parallel erarbeiten fünf Planungsteams Visionen für die Region zwischen Wesel und Hamm. Beim Ideenwettbewerb geht es nicht um eine Realisierbarkeit innerhalb weniger Jahre, sondern um längerfristige Anregungen für die Politik: „Gesucht werden Ideen für die gesamte Region, die gewöhnliche Erwartungen durchbrechen und Anreize zur Diskussion schaffen“, formuliert es der RVR.

„Die Kombination von Ideenwettbewerb und Bürgerbeteiligung ist ein absolutes Novum“, weiß RVR-Referatsleiterin Maria Wagener. Und zwar bundesweit. Für die Ruhrregion kommt die neue Herangehensweise im richtigen Moment: Aufgrund der historischen Trennung in drei Regierungsbezirke gab es über 40 Jahre immer nur eine Fortschreibung des einmal aufgestellten Regionalplans, jedoch keine grundlegende Erneuerung. Der Regionalverband sucht dabei bewusst die Öffentlichkeit: „Im stillen Kämmerlein kann man heute nicht mehr planen. Dass zeigen uns auch Entwicklungen wie bei Stuttgart 21“, betont Martin Tönnes, Bereichsleiter Planung beim RVR.

Stadt- und Regionalplanung der Zukunft sind Hauptthemen des Ideenwettbewerbs. Bereits Realität ist der Phoenix-See in Dortmund-Hörde.

Stadt- und Regionalplanung der Zukunft sind Hauptthemen des Ideenwettbewerbs. Bereits Realität ist der Phoenix-See in Dortmund-Hörde.

Für den Ruhrbürger zuerst kaum vorstellbar ist die Betrachtung im Großen, Ganzen: Der Regionalplan soll für die Zukunft der gesamten Region stehen. Martin Tönnes: „Wir sind überzeugt, dass sich auch ganz unterschiedliche Städte in diesem Plan wiederfinden können.“ Jede Stadt habe dann die Aufgabe und Chance, den großen Plan für sich anzuwenden und anzupassen.

Ein wichtiges Planungsthema sei die Mobilität, insbesondere im Nord-Süd-Verkehr. Aufgabe der Planer sei es querzudenken, und etwa Lösungen für Mobilität ohne Erdöl zu entwickeln. Bei der Umsetzung des Regionalplans werde man diese Visionen mit der Realität verknüpfen und beispielsweise das in den letzten Jahren entstandene regionale Radwegenetz einbinden. Ziel sei die planerische Festschreibung auf die nächsten 15 oder mehr Jahre.
Im Mai werden die Planungsteams die Metropolregion bereisen – im Bus. Das 1. Zukunftsforum mit Bürgerbeteiligung findet am 10. und 11. Juli statt. (BvL)
Details zum Ideenwettbewerb veröffentlicht der RVR unter www.ideenwettbewerb.metropoleruhr.de